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Azza El-Hassan

»Ich bin eine Filmemacherin, die im Exil geboren und aufgewachsen ist. Im Zuge des palästinensisch-israelischen Friedensabkommens durften einige Flüchtlinge in die West Bank und nach Gaza zurückkehren ich war eine von ihnen. Heute, fünf Jahre später, spüre ich eine starke Notwendigkeit, meine Rückkehr zu reflektieren. Zu hinterfragen, wie sich mein Verhältnis zu dem Palästina, das ich mir einst im Exil vorgestellt habe, mit meiner Rückkehr verändert hat. Und zu betrachten, wie ich versucht habe, meine lange imaginierte Heimat zu filmen.« (Azza El-Hassan, 2001)

Azza El-Hassan wird 1971 als Kind einer palästinensischen Familie, die als "Displaced Persons" in Amman/Jordanien leben, geboren. Noch im selben Jahr siedelt die Familie in Folge des "Schwarzen September", dem Massaker der jordanischen Armee an mehreren Tausend PalästinenserInnen, nach Beirut/Libanon um. Elf Jahre später marschiert die israelische Armee im Libanon ein und die Familie kehrt zurück nach Amman.

Nach Ende ihrer Schulausbildung entscheidet sich Azza El-Hassan - zunächst gegen den Willen der Eltern - Film zu studieren. Von 1989 bis 1993 lernt sie Film und Soziologie an der Universität Glasgow/Schottland. 1994 erhält sie ihren MA am Institut für Fernsehdokumentation am Goldsmith College in London.

In den folgenden Jahren arbeitet sie als Regisseurin für verschiedene arabische Satellitenstationen, zunächst in London, später in Jordanien. Während dieser Zeit montiert sie Reportagen über ihre unbekannte Heimat Palästina aus Bildmaterial, das vor allem von westlichen Fernsehstationen zur Verfügung gestellt wird.

1996 entschließt sich Azza El-Hassan mit einem Touristenvisum nach Ramallah/Palästina zu gehen. Seit ihrer "Rückkehr" hat sie mehrere Dokumentarfilme gedreht und sich als unabhängige Filmemacherin etabliert. In ihren Arbeiten setzt sie sich mit dem Alltag der Menschen in Palästina auseinander.

1999 wird sie als eine der fünf bedeutendsten zeitgenössischen palästinensischen FilmemacherInnen vom Bethlehem 2000 Projekt ausgewählt, einen der fünf letzten Kurzfilme des Millenniums zu realisieren.

Filmographie

Irit Neidhardt

Irit Neidhardt (geb. 1969) hat von 1980 bis 1982 in Israel gelebt. Kontinuierliche Kontakte nach Israel und Palästina, sowie Aufenthalte in den arabischen Nachbarländern. Studium der Islamwissenschaft (Arabisch), Ethnologie und Politikwissenschaft in Münster. Lebt seit Ende 1999 sowohl in Münster als auch in London. Lehrauftrag an der "School of Oriental and African Studies" in London und Tätigkeit als freiberufliche Kulturwissenschaftlerin. Mitherausgeberin des Buches "Wir sind die Guten. Antisemitismus in der radikalen Linken", Veröffentlichungen zum israelischen und palästinensischen Kino.

Das Portrait wird untertützt von dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) durch den ABP und von BINGO! die Umweltlotterie




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(mit Azza El-Hassan)



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(mit Azza El-Hassan)



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(mit Irit Neidhardt)



Visionen von Palästina
(mit Irit Neidhardt)
© 2002