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Übersicht Portrait Reg. Wettbewerb Japanische Filmreihe Kino in der Schule

Samstag, 23.03., 20.00 Uhr, Kino 2
Filmriß präsentiert:


BIS ZUR UMKEHRBANK - HANS KEILSON ERINNERT SICH

Hans Keilson, Schriftsteller und Psychoanalytiker, wurde 1909 als Sohn eines jüdischen Textilhändlers in Bad Freienwalde an der Oder geboren. Er geht 1936 zusammen mit seiner Frau nach Holland, Krieg und Verfolgung überlebt er im Untergrund, wo er als Kurier im Widerstand aktiv ist. Im holländischen Exil wird er nach dem Krieg zum Mitbegründer einer Organisation für die aus Konzentrationslagern und Verstecken auftauchenden jüdischen Waisenkinder.

Wilhelm Rösing und Marita Barthel-Rösing begleiten Hans Keilson auf seinem Weg in die Vergangenheit, als er 1995 seine Geburtsstadt besucht. Hans Keilson erzählt mit dem klaren Blick des Psychoanalytikers, seine Erinnerungen werden kontrastiert und ergänzt von den Stimmen anderer Zeitzeugen aus Bad Freienwalde. Der Film verbindet dieses Kaleidoskop widerstreitender Erinnerungen zu einer gemeinsamen Erzählung. Es sind die nüchternen, unkommentierten Aussagen, die die Vergangenheit und das nachfolgende kollektive Vergessen bloßlegen, erfahrbar machen. Als Bad Freienwalde Hans Keilson 1995 die Ehrenbürgerschaft verleiht, ist Hitler noch immer Ehrenbürger in dieser Stadt.

Der Film handelt von den Brüchen deutscher Geschichte, aber auch vom Weiterbestehen. Mit den schönen Bildern vom Oderbruch und den Landschaften von Keilsons holländischem Exil zusammengehalten von seinen Gedichten* gelingt im Film eine Verbindung von Heimat und Exil, von Vergangenheit und Gegenwärtigem.

* Hans Keilson: "Sprachwurzellos" (Edition Literarischer Salon)

Zu Gast: Wilhelm Rösing und Marita Barthel-Rösing



Deutschland 1995
107 min, 16mm

Buch/Regie: Wilhelm Rösing, Marita Barthel-Rösing
Kamera: Lars Barthel, Wilhelm Rösing
Verleih: Wilhelm Rösing Filmproduktion
© 2002