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Übersicht Portrait Reg. Wettbewerb Japanische Filmreihe Kino in der Schule

Freitag, 22.03., 18.00 Uhr, Kino 2
Medienbüro präsentiert:


DANACH HÄTTE ES SCHÖN SEIN MÜSSEN

»1974 bringt sich die Frau um. 1997 treffe ich den Mann wieder. Er wohnt immer noch in der Wohnung, in die er vor 41 Jahren mit der Frau und dem Kind eingezogen ist. Die Wohnung ist nahezu unverändert. Der Mann ist mein Vater. Danach und über die folgenden 2½ Jahre hinweg mache ich mit einer DV-Kamera Aufnahmen. Ich beobachte den Vater, folge ihm sogar auf eine Schiffsreise durch die Karibik. Die Kamera ermöglicht Distanz, aber auch Nähe.«

Karin Jurschicks Film ist eine Montage aus Videoaufnahmen, Gesprächen mit dem Vater und Spielszenen. Sie ist durchsetzt mit Archivmaterialien aus dem nationalsozialistischen Deutschland und den westdeutschen 50er und 60er Jahren. Aus dem Zusammenschnitt entsteht eine ganz eigene Ästhetik und ein sehr präzises Bild der bundesrepublikanischen Nachkriegsgeschichte und ihrer Spuren in der Gegenwart: Am Ende lässt sich so vielleicht eine Familiengeschichte rekonstruieren, die Teil einer kollektiven Geschichte ist.

Karin Jurschick, geb. 17.10.1959 in Essen. Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Universität Köln. Mitbegründerin des Internationalen Frauenfilmfestivals Feminale. Fünf Jahre Kulturredakteurin der Stadtrevue Köln. Seit 1995 Arbeit als freie Hörfunk- und Fernsehautorin (u.a. für den WDR Köln). DANACH HÄTTE ES SCHÖN SEIN MÜSSEN ist ihr erster langer Film.



Deutschland 2000
73 min, 35mm

Buch/Regie: Karin Jurschick
Kamera: Karin Jurschick, Andreas Fliegel
Verleih: Basis-Film
© 2002